Browsing Category

Bühnen

Der Tod in Venedig

Wer die Schönheit angeschaut mit Augen Ist dem Tode schon anheim gegeben August von Platen Sommer 1911. Drei Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gibt sich das Großbürgertum im berühmten Grand Hotel am Lido ein Stelldichein. Auch der Münchner Schriftsteller Gustav von Aschenbach ist nach Venedig gekommen: „Er fürchtete sich

Geheime Freunde

Mein Vater hatte recht. Ich war kein Schlagballspieler. Auch kein Mensch mit Seele und keine Person. Gut in der Schule. Was nutzte das schon? Alle Schwächlinge sind gut in der Schule. Bücherlesen. Der erste Steuermann der Bounty, der Graf von Monte Christo, Edison, Ben Hur? Nie! Ein Nichts. Wie Naomi

Zement

Was man braucht, ist Zukunft und nicht die Ewigkeit des Augenblicks. Man muß die Toten ausgraben, wieder und wieder – Zukunft entsteht allein aus dem Dialog mit den Toten. Heiner Müller Die auch vom aktuellen Zeitbezug her wohl wichtigste Inszenierung der Spielzeit 1991/92 hat Hausherr Frank-Patrick Steckel, um eine Woche

Es wird Mitternacht gewesen sein

Vier Darsteller, eine Frau und drei Männer, 60 Minuten, 10 Einheiten je 6 Minuten, alle 30 Sekunden verändert sich die Konstellation zwischen den Darstellern; jeweils ein, zwei oder drei Darsteller treten ab oder auf: das ergibt bei vier Darstellern 15 verschiedene Möglichkeiten für zwei Eintretende oder Abgehende, sechs für jeweils

Der Koerper Der Kopf Der Koerper

„Der Körper Der Kopf Der Körper“ ist ein Traktat über die Relationen zwischen Kopf und Körper, vorgestellt in der Begegnung der Disziplin Tanz und Theater, auf deren Bühne Kopf und Körper an und für sich als plastische Elemente einer Raumskulptur zu entdecken sind. Am Kopf, dem Organ der Sprache in

Essen Michael Kohlhaas

An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. – Dieser außerordentliche Mann würde, bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers haben gelten können. Er besaß

Der Mann ohne Vergangenheit

Ein Filmemacher ist wie ein Barkeeper. In meinem Fall wie ein Mixer. Lasse ich den realistischen Teil weg, dann bekomme ich nur ein klägliches Märchen. Und nehme ich nur den realistischen Teil, dann bekomme ich einen wirklich traurigen, wahrscheinlich sogar langweiligen Film. Ursprünglich sollte „Der Mann ohne Vergangenheit“ eigentlich viel

Puenktchen und Anton

Glaubt ihr nicht auch, daß die Armut leichter abgeschafft werden könnte, wenn die Reichen schon als Kinder wüßten, wie schlimm es ist, arm zu sein? Glaubt ihr nicht, daß sich dann die reichen Kinder sagten: Wenn wir mal groß sind und die Banken und Rittergüter und Fabriken unserer Väter besitzen,

Istanbul – Ein Liederabend über Sezen Aksu

Luise: Was heißt denn das? Integriert? Ismet: Vierzig Jahre Steuerzahler! „Gastarbeiter flirten nicht. Gastarbeiter lachen nicht. Gastarbeiter verlieben sich nicht. Weil sie Frau und Kind zu Hause haben“: Zu Hause ist für Klaus Gruber (Roland Riebeling) Bochum. Samt seiner Gattin Luise (Tanja Schleiff), dem leider keineswegs mehr unabsteigbaren Fußball-Bundesligisten VfL,